24.04.2023, 19:00 - 00:00 Uhr

Literaturhaus, Vortragssaal

Vortrag

Eintritt frei

„Man geht nicht zum Vergnügen ins Exil“ (Alfred Kerr 1933) - Eine Hommage an Alfred und Judith Kerr

Vortrag von Dr. Deborah Vietor-Engländer Präsidentin der Alfred-Kerr-Stiftung

Kein anderer deutscher Essayist und Literaturkritiker hat das hauptstädtische Berliner Kulturleben kurz vor der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert so anschaulich, dynamisch und geistreich geschildert wie er. Alfred Kerr (1867 – 1948) war der gefürchtetste und scharfzüngigste Theaterkritiker der Weimarer Republik.  Er schrieb sehr früh und sehr mutig gegen die Nazis an und nutzte dazu auch das neue Medium Radio. Sein Stil wurde dabei immer ätzender, seine Verdikte blieben klarsichtig: „Hitler: Das ist der Mob, der Nietzsche gelesen hat.“ Der sich zu seinem jüdischen Glauben stets bekennende Kerr musste bereits Anfang Februar 1933, hoch fiebernd, den Nachtzug nach Prag besteigen und aus Deutschland fliehen.

(c) Alfred Kerr : Robert Sennecke, Public domain, Wikimedia Commons

Millionen Menschen in aller Welt wissen davon, denn das ist eine zentrale Szene in dem Kinderbuch seiner Tochter Judith Kerr (1923 – 2019) „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, in dem  sie die Flucht ihrer jüdischen Berliner Familie 1933 aus dem NS-Staat über verschiedene Länder nach England und ihr Leben im Exil ab 1933 beschreibt. Judith Kerr hat im Laufe ihres schriftstellerischen Schaffens mehr als zwanzig Kinder –und Jugendbücher illustriert und geschrieben.

(c) Judith Kerr; Christoph Rieger, CC BY-Sa 4.0, Wikimedia Commons

In Kooperation mit Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft Darmstadt und Gesellschaft zur Pflege und Verbreitung deutschsprachiger jüdischer Dichtung e. V.

Veranstalter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V.

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